Die Walhalla gilt als eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler. Im Innenraum werden Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ in Form von Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt - von Mozart über Erzherzogin Maria Theresia, von Lessing und Goehte über Max Planck bis hin zu Käthe Kollwitz und Sophie Scholl. Dass laut Beschluss des Bayerischen Kabinetts nun eine Büste für Franz Josef Strauß in den Ruhmestempel einziehen soll, lehnt die SPD im Landkreis Regensburg ab.
In einem Schreiben hat sich Landratskandidatin Silvia Gross an die SPD-Landtagsfraktion gewandt. Darin regt sie an, dass sich die SPD-Fraktion erneut für den Einzug von Wilhelm Hoegner in die Walhalla einsetzt – wie zuletzt 2015.
„Der Sozialdemokrat Hoegner war nicht nur der erste bayerische Ministerpräsident der Nachkriegszeit, sondern auch Vater der bayerischen Verfassung. Er war Landtags- und Reichstagsabgeordneter und unbeugsamer Gegner der Nationalsozialisten; so stimmte er auch gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz. Dass er noch keinen Platz in der Walhalla hat, spricht Bände“, so Gross. Strauß sei hier wesentlichumstrittener, siehe die Lockheed-Affaire, sein Umgang mit Gegnern der WAA oder seine Nähe zu Diktatoren. Die Antwort aus dem Maximilianeum kam prompt: Die Landtagsfraktion habe bereits in einem erneuten Vorstoß klar gemacht, dass Bayerns erster, sehr verdienstvoller Nachkriegsministerpräsident und Vater der Bayerischen Verfassung, Wilhelm Hoegner, Vorrang haben. „Wenn Hoegner in der Walhalla steht, dann können wir schauen, wer noch nachkommen kann“, so der SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer. Hoegner müsse einen Platz in der Walhalla erhalten – dem stimmt auch die Vorsitzende der Donaustaufer SPD, Ursula Hildebrand, zu. „Hier geht es nicht um Parteipolitik oder darum, welche Person dem Ministerpräsidenten besser zur Nase steht – hier geht es um die Leistungen, die ein Mensch für Deutschland erbracht hat. Und hier hat Wilhelm Hoegner den Platz in der Walhalla mehr als verdient!“